Bücher verändern die Welt ...
Warenkorb1 Artikel - 23,00 €

Sie haben 1 Artikel in Ihrem Warenkorb.

Zwischensumme23,00 €
Versandzeit 8.00 - 18.00 Uhr
Versand kostenfrei innerhalb von Deutschland
100 % Geld zurück 30 Tage Geld-Zurück-Garantie
Zahlungsarten Paypal, Vorkasse, Lastschrift

Drei Märchen aus Samt und Schatten

Drei licht-dunkle Feenmärchen von George MacDonald: Der Weg zwischen Vor und Hinter – Carasoyn oder die Suche nach dem Glück – Die Kirche der Schatten

22,90 €

+ WunschlisteAuf Wunschliste
Zur Wunschliste hinzufügen

Drei Märchen aus Samt und Schatten

Drei licht-dunkle Feenmärchen von George MacDonald:

Der Weg zwischen Vor und Hinter - Carasoyn oder die Suche nach dem Glück - Die Kirche der Schatten

erstmalig aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Ulrich Taschow

mit 47 fantastischen Illustrationen von Ulrich Taschow

244 Seiten, 47 Illustrationen, erschienen 2026 Einband: Softcover, Reihe:avox fantasia, ISBN: 978-3-936979-23-7, Leseprobe  Nachwort

Zielgruppen
George MacDonald (The Fantastic Imagination,1893): "Was mich betrifft, so schreibe ich nicht nur für Kinder, sondern für alle, die das Kind in sich bewahrt haben – ob sie nun fünf, fünfzig oder fünfundsiebzig Jahre alt sind." Für Liebhaber anspruchsvoller Fantastischer Literatur und künstlerischer Illustrationen.

Drei Märchen aus Samt und Schatten sind drei fantastische Reisen an die Grenzen der sichtbaren Welt – und drei radikale Fragen nach Freiheit, Wahrnehmung und dem, was den Menschen im Innersten lebendig hält. In diesen zwischen 1862 und 1871 entstandenen fantastischen Feenmärchen verbindet George MacDonald die dunkle Schönheit schottischer Landschaften mit traumhafter Verwandlung, groteskem Humor und einer für seine Zeit ungewöhnlich kühnen Erforschung des menschlichen Bewusstseins.

Beschreibung

coverdrei_maerchen-aus-samt-und-schatten-rueckseite-705-optimized

Drei Märchen aus Samt und Schatten

Drei licht-dunkle Feenmärchen: Der Weg zwischen Vor und Hinter – Carasoyn oder die Suche nach dem Glück – Die Kirche der Schatten

von George MacDonald

erstmalig aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Ulrich Taschow

mit 47 fantastischen Illustrationen von Ulrich Taschow

244 Seiten, 47 Illustrationen, erschienen 2026 Einband: Softcover, Reihe:avox fantasia, ISBN: 978-3-936979-23-7, Leseprobe  Nachwort

Zielgruppen
George MacDonald (The Fantastic Imagination,1893): „Was mich betrifft, so schreibe ich nicht nur für Kinder, sondern für alle, die das Kind in sich bewahrt haben – ob sie nun fünf, fünfzig oder fünfundsiebzig Jahre alt sind.“ Ein Buch für Liebhaber anspruchsvoller Fantastischer Literatur und künstlerischer Illustrationen.

koenig-und-schatten-rundbild-1000-transparent

Drei Märchen aus Samt und Schatten sind drei fantastische Reisen an die Grenzen der sichtbaren Welt – und drei radikale Fragen nach Freiheit, Wahrnehmung und dem, was den Menschen im Innersten lebendig hält. In diesen zwischen 1862 und 1871 entstandenen fantastischen Feenmärchen verbindet George MacDonald die dunkle Schönheit schottischer Landschaften mit groteskem Humor, traumhafter Verwandlung und einer für seine Zeit ungewöhnlich kühnen Erforschung des menschlichen Bewusstseins.

der-weg-zwischen-vor-und-hinter-705-optimized

In Der Weg zwischen Vor und Hinter geraten Alice und Finlay durch die Laune einer Feenkönigin in ein Reich, in dem sich Wege, Gestalten und Gewissheiten fortwährend verwandeln. Die vertrauten Ordnungen ihrer Herkunftswelt verlieren dort ihre Macht: Stand, Rang und gesellschaftliche Schranken erweisen sich als bedeutungslos.

bild-02-1000bild-03-1000
bild-04-1000bild-05-1000

Inmitten von Feen, Kobolden und einer Landschaft, die ihrer eigenen, spielerisch-unberechenbaren Logik folgt, entdecken die beiden Kinder, dass Nähe und Liebe erst dann möglich werden, wenn die Kategorien der Menschen enden.

bild-07-1000bild-08-1000

Das frühe Fantasy-Märchen bildete mit seiner Traumlogik, seinem grotesken Witz und seiner poetischen Irrationalität die Vorlage für Lewis Carrolls Alice im Wunderland – weist dabei jedoch mit seiner einer ernsten, zutiefst menschlichen Sinnsuche weit über Carrolls Nonsens-Poetik hinaus.

vor-und-hinter-initiale-1000-transparent
carasoyn-oder-die-suche-nach-dem-glueck-705-optimized

Carasoyn oder die Suche nach dem Glück führt in ein wildes Tal Schottlands. Als der junge Colin einem Gebirgsbach den Weg durch das Haus seines Vaters öffnet, verschafft er zugleich einer verborgenen Zauberwelt Einlass. Eine exzentrische Feenkönigin, mächtige Goblin-Schmiede, unheimlich mechanisierte Schuster und eine weise Seherin begleiten ihn auf der Suche nach einem geraubten Kind.

carasoyn1-1000carasoyn2-1000
carasoyn3-1000carasoyn4-1000

Hinter dem Abenteuer steht das Bild vom verlorenen inneren Kind – jener Quelle von Intuition, Liebe, schöpferischer Kraft und unmittelbarer Lebendigkeit, die im Erwachsenwerden verschüttet werden kann.

carasoyn5-1000carasoyn6-1000
carasoyn7-1000carasoyn8-1000

Colins Prüfungen zeigen, dass wahre Reife nicht im Abschied von der Fantasie besteht, sondern in ihrer Verbindung mit Erkenntnis, Verantwortung und tätigem Leben.

carasoyn9-1000carasoyn10-1000
carasoyn11-1000carasoyn12-1000

So wird seine Suche zugleich zu einer poetischen Anleitung, Denken, Träumen und Handeln wieder miteinander zu versöhnen.mutter-und-kind-rundbild-1000-transparent

die-kirche-der-schatten-710

In Die Kirche der Schatten wird der Karikaturist und tragische Dichter Radric von Glenvarmore zum König des Feenreichs erwählt. Als geheimnisvolle Schattenwesen ihre alten Rechte über die Herzen der Menschen zurückfordern, folgt er ihnen zu ihrer düsteren Kirche.

schatten1-1000schatten3-1000
schatten4a-1000schatten6-1000

Dort erkennt er, dass die Schatten von Erinnerungen, Urteilen und festgehaltenen Bildern leben. Sie verwandeln das Flüchtige in Erstarrung und das unmittelbare Leben in eine Welt aus Gedanken zweiter Hand.

schatten-set-bild-02-1000schatten-set-bild-01-1000

MacDonald entwirft daraus eine ebenso unheimliche wie überraschend moderne Allegorie auf ein Bewusstsein, das seine eigenen Vorstellungen mit Wirklichkeit verwechselt – und dadurch Angst, Schuld, Hass und unerfülltes Verlangen immer neu manifestiert.

paar-im-schnee-1000-transparent

Diese erstmals von Ulrich Taschow meisterhaft ins Deutsche übertragenen und überarbeiteten drei Märchen erweisen George MacDonald einmal mehr als einen der großen Wegbereiter der modernen Fantastik. Doch ist bei ihm im Gegensatz zu seinen Nachfolgern das Wunderbare keine Flucht aus der Wirklichkeit und kein bloßes dekoratives Zauberspiel, sondern aktiver Mitspieler und Prüfer der inneren Wahrheit. Seine Feenreiche sind Erfahrungsräume der Seele, in denen gesellschaftliche Masken, innere Entfremdung und ererbte Gewissheiten ihre Macht verlieren. Poetisch, skurril, licht und dunkel zugleich erzählen diese drei Geschichten davon, wie der Mensch das verlorene Sehen, seine innere Freiheit und die Fähigkeit zur Liebe wiederfinden kann – und warum die kindliche Einbildungskraft nicht überwunden, sondern bewahrt werden muss.

hut-in-mondwolke-1000-transparent

Inhaltsverzeichnis

Der Weg zwischen Vor und Hinter 11
1. Der Plan der Feenkönigin 13
2. Das Land zwischen Vor und Hinter 16
3. Der Regenschirmverkäufer 22
4. Von Baum zu Baum – die Eine-Keine-Eule 29
5. Die Angst, die wie Liebe spricht 39
6. In den Fängen des Küchenzwerges 44
7. Das Geschenk der Feenkönigin 52

Carasoyn oder die Suche nach dem Glück 57
1. Der Bach Trixivelle 59
2. Königin Aeloria und die Feenflotte 65
3. Die alte Frau und die Henne Jenniby 75
4. Der Goblin-Schmid 83
5. Der Weinberg im Moor 91
6. Die Befreiung 96
7. Fremdlinge 105
8. Die Rache 108
9. Das Grauen 113
10. Die Umkehr 117
11. Der Goblin-Schuster 122
12. Friede und Versöhnung 128

Die Kirche der Schatten 137
1. Die Wahl des Feenkönigs 139
2. Die nächtliche Erscheinung 142
3. Unter dem Nordlicht 148
4. Die Bitte der Schatten 153
5. Tee und Toast 159
6. Die Kirche der Schatten 161
7. Das Urteil des Königs 178

Nachwort
Die Welt hinter der Welt – George MacDonald als Pionier der fantastischen und psychologischen Literatur 187
Das Märchen als Erkenntnisform 189
Das Kind und die verlorene Ganzheit 191
Carasoyn – Träumen und Arbeiten zugleich 192
Das Märchen als vorweggenommene
Tiefenpsychologie 195
Der zweite Verlust und die Wiederkehr
des Unbewältigten 198
Die verschwundene Prinzessin – Erziehung als Erwachen 202
Das Zweite Gesicht – Liebe gegen die Normalität der Entfremdung 206
Der Weg zwischen Vor und Hinter – Freiheit jenseits gesellschaftlicher Rollenspiele 207
Die Kirche der Schatten – Das Leben aus zweiter Hand 209
Die dunkle Gegenkirche der ewigen Schuld 211
TauMond – Das Feenland als Seelenraum 214
MacDonald, Carroll, Tolkien, Lewis und Phillips 220
Das Gute als Wirklichkeit 222
Ein vergessener Begründer 223
JohannisMond – Vom Übersetzen zum
Weiterschreiben 226
MacDonalds Werke im Avox Verlag 229

Die phantastische Imagination von G. MacDonald 231

dunkle-fee-rundbild-1254-transparent

George MacDonald – ein vergessener Begründer

george-macdonald-foto-731
George MacDonald mit Tochter Lilia, 1860, aufgenommen von Lewis Carroll

George MacDonald als Begründer der modernen Fantasy zu bezeichnen, ist keine bloße verlegerische Überhöhung, sofern der Begriff der Begründung richtig verstanden wird. Er erfand weder als Erster Feen noch Zauberwälder, fantastische Reisen oder sprechende Wesen. Diese gehören seit Jahrtausenden zum Bestand menschlicher Erzählkultur. Seine historische Leistung besteht vielmehr darin, aus romantischer Märchenpoetik, christlicher Mystik, schottischer Überlieferung und einer außerordentlich modernen Seelenkunde eine neue Form literarischer Fantastik geschaffen zu haben, die es vordem so nicht gab. Bei MacDonald wird das Feenland zum Medium individueller Entwicklung. Das Wunderbare ist zugleich psychischer Prozess, moralische Prüfung und metaphysische Offenbarung.

Damit eröffnete MacDonald einen Raum, in dem spätere Autoren sehr unterschiedliche Wege einschlagen konnten: Carroll den Weg des Nonsens, Tolkien den der Mythopoetik, Lewis und Phillips den der theologischen Fantasy und Phillips außerdem noch den der schottischen Mystik und Fantastik. Viele Grundbewegungen der modernen fantastischen Literatur sind bei MacDonald bereits vorhanden: der Übergang in eine verborgene Wirklichkeit, die Initiation des Helden, die Suche nach verlorener Identität, das Eindringen des Wunderbaren in den Alltag und die Erkenntnis, dass die sichtbare Welt nicht die ganze Wirklichkeit enthält.

Doch MacDonald bleibt zugleich fremder und radikaler als viele seiner Nachfolger. Seine Welten sind weniger geschlossen, seine Symbole weniger kontrollierbar, seine Übergänge zwischen Innen und Außen durchlässiger. Er bietet dem Leser keine vollständig kartographierte Kosmologie. Er öffnet eine Tür und verlangt, dass jeder selbst hindurchgeht. Vielleicht liegt hierin ein Grund für seine heutige Vernachlässigung. Die moderne Literaturkritik trennt gern zwischen Kinderliteratur und Erwachsenenliteratur, Religion und Psychologie, Unterhaltung und Erkenntnis, Märchen und ernsthafter Literatur. MacDonald entzieht sich radikal diesen stereotypen Einteilungen. Seine Werke sind kindlich und philosophisch, christlich und gesellschaftskritisch, verspielt und ernst, traumhaft und psychologisch genau. Gerade deshalb verdienen sie eine neue Lektüre und Würdigung!

Denn MacDonald erzählt von einer Gefahr, die seit dem 19. Jahrhundert nicht geringer geworden ist. Der moderne Mensch verfügt über immer mehr Wissen, Bilder und technische Möglichkeiten, während seine unmittelbare Beziehung zum Leben zu verkümmern droht. Er verwechselt Information mit Erkenntnis, gesellschaftliche Funktion mit Identität, gedankliche Abbilder mit Wirklichkeit und künstliche Erregung mit Lebendigkeit. MacDonalds Märchen führen in eine andere Richtung. Sie fordern dazu auf, wieder unterscheiden zu lernen: zwischen Traum und Betäubung, Arbeit und bloßem Funktionieren, Liebe und Besitz, Imagination und Selbsttäuschung, Wirklichkeit und Schatten. Sie versprechen keine Rückkehr in eine verlorene Vergangenheit. Sie zeigen einen Weg zu einer reiferen Ganzheit. Der Mensch soll seine Vernunft nicht verlieren, sondern sie mit Einbildungskraft erfüllen. Er soll seine Individualität nicht aufgeben, sondern sie von fremden Bildern befreien. Er soll nicht aus der Welt fliehen, sondern tiefer in sie eintreten. Und er soll das Kind in sich nicht konservieren, sondern ihm erlauben, gemeinsam mit ihm erwachsen zu werden.

Vielleicht beginnt das wahre Feenland genau dort: nicht hinter den Grenzen der Wirklichkeit, sondern hinter den Grenzen unserer gewöhnlichen Wahrnehmung.

mondwolke-588-transparent