Auf dem Rücken der Weisen Schildkröte
oder warum das Ende vor dem Anfang kommt
ein philosophisch-fantastisches Tatsachenmärchen für Kinder von 12 bis 120 Jahren von Ulrich Taschow
Regenbogenschlange, Galahru
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Regenbogenschlange, GalahruDirektlinkWer ist die Regenbogenschlange Die Regenbogenschlange Galahru, die sich selbst als „Hüterin aller Lieder“ bezeichnet, ist neben der Weisen Schildkröte das wohl bedeutendste höhere Wesen, dem …
Wer ist die Regenbogenschlange
Die Regenbogenschlange Galahru, die sich selbst als „Hüterin aller Lieder“ bezeichnet, ist neben der Weisen Schildkröte das wohl bedeutendste höhere Wesen, dem Jule auf ihrer langen Reise begegnet.[1] Erstaunlich erscheint ihr Name Galahru, der mit dem der Regenbogenschlange „Galeru“ der australischen Ureinwohner nahezu identisch ist. Ganz offensichtlich wird hier aus ganz unterschiedlichen Kultur- und Erfahrungsbereichen von ein und derselben spirituellen Wesenheit berichtet.Es heißt, dass sich der Körper Galahrus um alle Ebenen windet. Die Regenbogenschlange sagt selbst zu Jule, um ihre Allgegenwart zu bezeugen: „… keine Sorge, ich bin immer bei dir. Denn tatsächlich bin ich ein Kreis, da ich mit meinem Körper das ganze Universum und somit alle Ebenen umschließe. Dein Lied verbindet uns jederzeit. Ich bin die Hüterin aller Lieder und damit auch der vibrierenden Kraftorte und Pforten der Welten.“Damit sind zugleich die wesentlichen Charakteristika der Regenbogenschlange benannt. Wie schon im Glossar „Energie“ ausgeführt, besitzt jedes Ding und Wesen, was war, ist und sein wird, ein Schwingungsmuster, das der an sich formlosen göttlichen Energie eine Form verleiht. Galahru bezeichnet dieses Schwingungsmuster als Ton oder Klang und die individuelle Geschichte des Wesens oder Dinges als Lied.Ihre Selbstcharakterisierung als „Hüterin der Lieder“ wird durch ihre äußere Erscheinung unterstützt. So verweist die Erscheinung ihres Energiekörpers als leuchtender Regenbogen auf den Sachverhalt der Schwingungen, denn die verschiedenen Farben sind, wie auch die verschiedenen Töne und Klänge, Ausdruck eines ganz bestimmten Schwingungsmusters, charakterisiert durch Frequenz, Wellenlänge, Frequenzmischung, Intensität etc.
Die Tatsache, dass sich Galahru als Kreis um alle Ebenen windet, bezeugt, dass sie in der Tat alle Töne und Lieder der Ebenen, ja die Ebenen selbst als Lieder in sich fasst. Die Summe aller Farben ergibt weißes Licht, die Summe aller Klänge das sogenannte „weiße Rauschen“. Das Galahru dennoch als farbiger Regenbogen erscheint, obwohl sie alle Lieder in sich birgt, erklärt sich daraus, dass sie ja das Gestalthafte, Erschaffene in seinen vielfältigen Differenzierungen repräsentiert und nicht dessen konturlose Vermischung im Sinne des reinen Chaos. Das weiße Licht könnte man aber auch als den energetischen Urzustand vor der Schöpfung begreifen, der die unendliche Potentialität der möglichen Lieder oder Schwingungsmuster repräsentiert.
Die Verbindung zwischen den Dingen und Wesen
Die Regenbogenschlange sagt zu Jule:„Verstehst du die Verbindung zwischen den Dingen, verstehst du auch das ganze Universum. Jeder deiner Gedanken, jedes Gefühl, jede Handlung ist eine Energiebewegung mit einem ganz bestimmten Klang, der von allen anderen Wesen gehört werden kann. Denn er bringt die anderen durch Resonanz zum Schwingen. Und diese Klänge bilden eine unauslöschliche Spur wie eine tief eingegrabene Schrift in einem harten Stein, die du nie wieder zurücknehmen kannst. Und nun stell dir alle Lebewesen der Welten vor, die unaufhörlich denken, fühlen, handeln, ob gut oder schlecht, und damit unaufhörlich und unauslöschlich die Energie des Universums verändern. Die Summe all dieser Veränderungen ist die Welt, in der du gerade lebst.“Besser kann man wohl kaum die Verbundenheit aller Dinge untereinander beschreiben. Es ist also ein völliger Irrglaube vieler Bewohner der fünften Ebene anzunehmen, dass sie denken, tun und lassen könnten, was immer sie wollen, ohne dass sie oder andere die Konsequenzen dafür tragen müssten. Denn wie ein einmal erzeugter Klang nicht wieder zurückgenommen werden kann und augenblicks mit anderen Klängen wechselwirkt, so auch das Denken, Fühlen, Handeln der Lebewesen.
Da Raum und Zeit auf der spirituellen Ebene nicht existieren, jedes Denken, Fühlen und Handeln der Lebewesen aber primär eine spirituelle Äußerung darstellt, bedeutet dies, dass ein Gedanke, ein Gefühl, eine Handlung von jedem Ding und Wesen unmittelbar „an jedem Ort“ und „in jeder Zeit“ der Ebenen wahrgenommen wird. Es gibt eben nur die eine lebendige, raum-zeitlose Energie, die alles ist, in der Beweger und Bewegtes identisch sind.
Wie ist die Regenbogenschlange entstanden
Galahrus eigenes Wissen reicht nicht über die Traumzeit hinaus. Sie selbst sagt, dass sie durch einen Traum entstanden sei.[2] Wenn Galahru alle Lieder kennt, scheint sie jedoch vor allen anderen Dingen als Erstes erschaffen worden zu sein. Dies behaupten zumindest einzelne Ebenenbewohner. Diese Behauptung steht jedoch im Widerspruch zu der Auffassung, dass die Schöne Cloeda das erste Wesen der Schöpfung sei. Der Widerspruch verschwindet, wenn man die Frage nach dem Zeitpunkt der Erschaffung als einen Trugschluss begreift. Denn Zeit ist illusionär. Siehe Glossar „Zeit“.Versuchen wir die Regenbogenschlange wie auch die Schöne Cloeda also besser als eine spezielle Eigenschaft der Schöpfung anzusehen. Dabei könnte man Galahru am ehesten als eine Verkörperung oder Personifizierung der Metaebene des „Reichs der Ideen“ begreifen. Denn wie in dem Reich der Ideen alles Seiende als Idee bereits angelegt ist, so kennt und enthält auch Galahru laut eigener Aussage alle Klänge und Lieder. Und wie die Ideen allen Wesen, Dingen und Prozessen der Ebenen Gestalt und Form geben, so auch die Lieder der Regenbogenschlange. Ideen und Lieder sind somit als identisch zu betrachten. Die Lieder sind die Veränderung selbst und damit im Verständnis der raum-zeitlosen Energie das Einzige, was wirklich existiert. Siehe dazu Glossar „Reich der Ideen“.
Die Aufgabe der Regenbogenschlange
In diesem Sinne könnte man die zweifelsohne beseelte, sich selbst bewusste Regenbogenschlange am besten als eine Art Informationssammlerin und -hüterin bezeichnen, welche die Lebewesen beim Erwerb und der Verarbeitung ihrer Erfahrungen und ihres Wissens unterstützt und begleitet. Und nicht nur das: Auch Galahru träumt nach eigener Aussage, wie auch alle anderen Wesen, die Welten weiter. Wie kann man sich diese Unterstützung und Begleitung konkret vorstellen?Die Regenbogenschlange selbst sagt, sie lehre die anderen Wesen, ihr eigenes Lied zu hören, zu singen und umzugestalten. Durch diese Kenntnis solle man gewaltige Kraft erhalten. Da das Wesen und sein Lied miteinander identisch sind, zielt die Aussage der Regenbogenschlange ganz offensichtlich auf den Prozess der Bewusstwerdung der Lebewesen. Deshalb sagt Galahru auch: „Und wisse, dass dieses Lied jederzeit von dir verändert, erweitert und verschönert werden kann. Denn damit veränderst du auch dich. Dein Lied zeigt dir, wer du gerade bist, mit wem du resonierst und mit wem nicht. Es hilft dir andere Lieder und damit andere Wesen und Welten zu erkennen.“
[1] Siehe Kap. „Das Lied der Regenbogenschlange“ u.a.
[2] Siehe Kap. „Das Lied der Regenbogenschlange“.






